07. Februar 2017

Fragen…, Fragen…, Fragen…, eine neue (Zwischen-)Bilanz zum bisherigen Saisonverlauf

 

 

Mehr als zwei Drittel der Spiele in der Hauptrunde der 1. planet-photo DBBL sind gespielt und es geht mit großen Schritten in Richtung Play-Offs. Pressesprecher Mike Caspers im Gespräch mit Headcoach Hermann Paar –

Mike Caspers: Hermann, Platz 3 in der Tabelle mit 4 Punkten Abstand auf die Verfolger Herne und Marburg. Jetzt folgen zwei Heimspiele in Serie gegen Herne und Halle. Mit einem weiteren Sieg ist die Play-Off Teilnahme auch rechnerisch perfekt.

Hermann Paar: Ich finde die Mannschaft spielt eine herausragende Saison und ich kann ALLEN (!) Spielerinnen nur meinen größten Respekt zollen! Wenn man bedenkt, dass wir noch kein Spiel mit komplettem Kader bestritten haben und immer noch vorne dabei sind. Das ist aller Ehren wert! Ich hoffe auch, die Mannschaft kann sich dafür belohnen! Und was die Mädels und der Staff sicher wollen, ist durch weiterhin gute Leistungen den Fans etwas für die wirklich tolle Unterstützung während der Spiele zurück zu geben! Dabei bleibt es bei unserer vor der Saison ausgegebenen Zielsetzung: Wir wollen in die Play-Offs und dort unseren besten Basketball spielen. Deswegen jetzt Schritt eins, die Play-Offs sichern und dann als nächsten Schritt mit einer möglichst guten Platzierung in die Play-Offs gehen.

Mike Caspers: Wie beurteilst du den bisherigen Saisonverlauf?

Hermann Paar: Wie gesagt, wir stehen aus meiner Sicht verdient auf Platz 3 und das mit einem äußerst eng aufgestellten Kader. Heisst, wir alle haben offensichtlich bisher einiges richtig gemacht, ohne auszublenden, dass wir alle auch nicht fehlerfrei sind. Aber, und das finde ich schon erwähnenswert, wir sind von Beginn an oben in der Tabelle dabei, waren teilweise sehr konstant und sind erst durch Verletzungen etwas weniger konstant geworden. Auch der kleine Kader macht dabei Sorgen. Wir dürfen die Spielerinnen auch nicht „überspielen“, was nicht ganz einfach ist. Aber es haben sich Spielerinnen mit in den Fokus gespielt und Verantwortung übernommen, die wir anfangs der Saison nicht so „auf dem Schirm“ hatten. Zum Beispiel Magaly Meynadier: ich wusste, dass Maggy das Niveau spielen kann, aber dass sie sich so schnell auf hohem Niveau stabilisiert hat, war zu hoffen, nicht zu erwarten. Aber auch die anderen Spielerinnen wie Helena sind mit Leistung hervorgetreten. Levke ist wieder auf einem sehr guten Weg und zur Leistungsträgerin und Führungsspielerin herangereift, Jamailah ist nach der schweren OP zurück, Nadia kommt eigentlich auch immer besser zu recht, war aber leider richtig krank in der letzten Woche. Sie alle machen sich und das Team besser und helfen Sabine, Angela und Portia! Nicht zu vergessen Gina, die uns aushilft, so oft sie kann und Sandra, die ein wichtiger Bestandteil unseres „Puzzles“ ist. Und dann natürlich Monique, von der wir hoffen, dass sie bald zurück ist!

Zusammengefasst: der bisherige Saisonverlauf ist zufriedenstellend und gibt uns recht darin, weiter hart an uns und am Team zu arbeiten. Denn wenn es eins bisher hervorzuheben gibt, und das merken auch alle Fans und das gesamte Umfeld, dann ist es der Zusammenhalt dieser Mannschaft. Sie lebt das Wort Team in jedem Training in jedem Spiel, On- und Off-Court. Und wie sich das dann auswirken kann, haben alle im Heimspiel gegen Nördlingen gesehen, in dem wir eigentlich mit dem letzten Aufgebot souverän als Sieger die Stadtgartenhalle verlassen haben, gegen ein Team, das eine Woche später nur äußerst knapp gegen Wasserburg verliert!

Mike Caspers: Es waren Rückschläge zu verkraften, auch mit Verletzten. Wie ist der Stand der Dinge?

Hermann Paar: Ja, es waren Rückschläge zu verkraften: kleiner Kader, nach guter Vorbereitung ein guter Start und dann die Verletztenliste, die immer länger wurde. Das war nicht immer einfach für alle Beteiligten und natürlich hätte ich gerne noch zwei bis drei Verstärkungen gehabt. Sascha Schmidt hat dann auch alles versucht und letztlich gut und hilfreich gearbeitet. Und, mit Beginn des Jahres gibt es, vorsichtig gesagt, wieder etwas „Licht am Horizont“. Mit Portia haben wir Power unter den Körben zurück, Jamailah ist zurück und hat gleich gezeigt, wie wichtig sie diese Saison noch werden kann. Sabine, die zweimal während dieser Saison im Gesicht genäht werden musste und danach jeweils weitergespielt hat, hat ihre Fußprobleme so weit im Griff, dass sie trainieren und spielen kann, Maggy haben wir dank luxemburgischer Unterstützung in Rekordzeit eine Maske besorgen können, heisst sie musste nur ein Spiel pausieren und Mo’s (und unsere) Leidenszeit neigt sich dem Ende zu. Wir alle dürfen dabei auch nicht vergessen, welchen Aufwand Angela betreibt, um hier zu spielen! Wir trainieren bis zu zweimal die Woche morgens um 06:00 Uhr individuell! Dann fährt Tissy eine Stunde zur Arbeit, arbeitet 8 Stunden, fährt eine Stunde zurück und trainiert ein zweites Mal. Sie ist für alle, zusammen mit Sabine, ein absolutes Vorbild! Und beide, Angela und Sabine, ihr positive und professionelle Einstellung tragen natürlich erheblich dazu bei, die Rückschläge zu meistern und nicht nur erfolgreich zu spielen und zu trainieren – es macht einfach allen Spaß!

An dieser Stelle darf und will ich auch nicht verschweigen, was unsere medizinische Abteilung mit Ralf Anstätt und Mirko Mommenthal leistet, was insbesondere die Physiotherapeuten am OSP mit Jamailah für eine herausragende Arbeit geleistet haben und alle Ärzte, stellvertretend Dr. Trennheuser, Wolfgang Theobald, Dr. Dutt und Dr. Sakhel, der Monique operiert hat – ich sag einfach DANKE!

Mike Caspers: Stichwort „Förderung deutscher Spielerinnen“. Sie liegt dir am Herzen. Du hast mit Caroline Meier und Helena Eckerle zwei 15 und 16 Jahre alte Spielerinnen im Kader.

Hermann Paar: Ich weiss, dass ich mit meiner Antwort mir nicht nur Freunde mache. Aber ich sehe das so und nicht nur seit dieser Saison. Meiner Meinung nach ist es ein Segen für die deutschen Spielerinnen und für das Niveau der Liga, dass die sogenannte „Deutschen-Regelung“ aufgehoben worden ist. Deutsche Spielerinnen werden nur gut, wenn sie sich in einer möglichst starken Liga in einer möglichst starken Mannschaft durchzusetzen lernen! Wie wollen sie sonst internationale Klasse erreichen, wenn ihnen alles geschenkt wird, Spielzeit zum Beispiel? Levke ist beredtes Beispiel. Sie wird von Spiel zu Spiel besser und selbstbewusster und Helena … was soll ich mehr sagen als, dass sie mit ihren 16 Jahren anfangs wenige Minuten bis Null bespielt hat, gegen Nördlingen ist sie gestartet und hat rund 28 Minuten gespielt! Natürlich ist das auch dadurch bedingt, dass wir so viele Ausfälle hatten, aber zum einen hat sie sich die Spielzeit erarbeitet, sehr hart erarbeitet und zum anderen weiss sie genau, dass alles nur eine Momentaufnahme ist und dass sie noch viel trainieren muss, viele Rückschläge wegstecken muss, um wirklich ganz nach oben zu kommen. Ich habe auch dem verantwortlichen Bundestrainer wegen der U18-Nationalmannschaft geschrieben, um ihn auf Helena’s Leistungsentwicklung hinzuweisen. Sie ist meines Wissens zusammen mit Luisa Geiselsöder (Nördlingen) die einzige 16-Jährige in der ersten Liga mit Spielzeit. Für mich sind beide mehr als nur Kandidatinnen für die U18-Mädchen Nationalmannschaft.

Caro hatte im Gegensatz zu Helena keinerlei Erfahrungen im Bereich der 1. oder 2. Bundesliga. Aber auch sie hat sich sehr positiv im Training entwickelt. Ihre Spielzeit bekommt sie hauptsächlich in unserem Regionalliga-Team. Und dort hat sie sich zu einer der Leistungsträgerinnen entwickelt. Auch das sehe ich mit Freude.

Wir trainieren montags individuell mit einigen Talenten aus der Region und möchten das weiter ausbauen, heisst möglichst schnell ein Leistungszentrum für Mädchenbasketball in Saarlouis aufbauen mit Anbindung an die Großregion. Mit Dirk Kaufmann, dem Präsidenten des Basketballverband Saarland stehe ich in engem und guten Kontakt. Das gibt Hoffnung, das wir einen Turn Around im Mädchenbasketball nicht nur für die Royals hinbekommen können. Wir arbeiten ja bereits sehr erfolgreich mit dem BVS mit unserem Schulprojekt zusammen. Das muss und soll so weiter gehen!

Mike Caspers: Die Liga ist näher zusammengerückt und spannender als bisher, oder?

Hermann Paar: Ja, sie ist nicht nur näher zusammengerückt und ausgeglichener geworden. Die Liga hat aus meiner Sicht auch an Intensität und Niveau dazu gewonnen. Wasserburg und Keltern haben eine ordentliche Eurocup-Saison gespielt. Vielleicht wäre da sogar noch mehr drin gewesen. Beide dominieren auch etwas die Liga, aber erstens ist es jetzt zumindest ein Zweikampf und zum anderen haben alle Teams das Niveau nach anfänglichen Schwierigkeiten adaptiert, siehe das Ergebnis von Wasserburg in Nördlingen am Wochenende. Beide sind also nicht soweit weg von den anderen. Und Marburg, Herne, Halle sind auch Teams, die eigentlich von der Kaderzusammensetzung weit, viellicht sogar weiter nach vorne gehören. Aber auch der Rest der Liga und das mit dem „Rest“ ist nicht despektierlich gemeint, hat gute bis sehr gute Spielerinnen in ihren Reihen. Und deswegen ist der Abstiegskampf ebenso spannend. Auch das hilft der Liga insgesamt. Und unsere Entwicklung ist auch nicht so ganz schlecht.

Mike Caspers: Hermann, welche Wünsche und Träume hast du für den Rest der Saison?

Hermann Paar: Träume habe ich eigentlich keine. Erfolg, wie auch immer der definiert wird, generiert nur wirklich harte Arbeit und der Wille etwas zu erreichen. Das alles machen Mannschaft und Umfeld. Wir werden sehen, wie weit das uns in dieser Saison führt. Ich wünsche der Mannschaft und dem gesamten Staff, dass wir in dieser Saison möglichst weit kommen und ich wünsche uns allen für den Rest der Saison bei allen Heimspielen eine richtig volle Halle mit der tollen Stimmung unserer Fans.

 

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